Glücksspiel-Staatsvertrag

...zur bevorstehenden Entkriminalisierung der §§ 284 ff. StGB​

https://www.isa-guide.de/isa-law/articles/282876.html

Mit der bevorstehenden Änderung wird, insbesondere mit Blick auf den harmlosen Spieler, der im Grunde nichts Unrechtes getan hat, außer zu spielen – sich aber plötzlich Ermittlungsverfahren wegen des offensichtlich verfassungswidrigen § 285 StGB ausgesetzt sieht, damit einhergehend auch in Verdacht wegen Geldwäsche gerät und demzufolge auch Hausdurchsuchungen an der Tagesordnung stehen – der Geltungsanspruch der Autonomiefreiheit, wonach Menschen in ihrer Freiheit tun und lassen können, was sie wollen, so sie damit keinem anderen schaden, endlich anerkannt.
 

https://www.isa-guide.de/isa-law/articles/283962.html

Eine Bestandsaufnahme zur Regulierung und Veranstaltung von Online-Casinospielen.​

Mittlerweile sind knapp drei Jahre vergangen, seitdem der Staatsvertrag zur Neuregulierung des Glücksspielwesens in Deutschland (Glücks- spielstaatsvertrag 2021 – „GlüStV 2021“) am 1. Juli 2021 in Kraft getreten ist. Eine wesentliche Neuerung des GlüStV 2021 gegenüber der vorherigen Rechtslage besteht darin, dass er die Legalisierung von Online-Casinospielen ermöglicht.1 Bislang hat nur knapp die Hälfte der Bundesländer von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht.

Warum ein flächendeckendes Angebot von Online-Casinospielen noch aussteht, soll in diesem Beitrag untersucht werden.
 
Mal wieder was Neues

Nach einer Verhandlung am Bundesgerichtshof (BGH) können Spieler, die bei Online-Sportwetten Geld verloren haben, vorsichtig hoffen. Der erste Zivilsenat in Karlsruhe deutete am Donnerstag in einer vorläufigen Einschätzung an, dass alte Verträge aus der Zeit vor 2020 möglicherweise nichtig sein könnten, wenn der Anbieter keine Konzession in Deutschland hatte. Eine Entscheidung ist das aber noch nicht - sie soll Ende Juli verkündet werden. (Az. I ZR 90/23)

Den ganzen Text gibt es hier

 
Zuletzt bearbeitet:
... ein Gutachten jagt das andere, wann ist genug, genug😵‍💫😵‍💫😵‍💫


Der Glücksspiel-Survey steht seit geraumer Zeit in der Kritik. In einem aktuellen Bericht greift die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) die kritische Perspektive auf und stützt diese mit Zahlen aus einer neuen VDAI-Umfrage.
 

Online-Spiel holt weitere Marktanteile​


Laut Bericht stiegen die Einnahmen aus dem Online-Glücksspiel im Jahr 2024 auf 47,9 Milliarden Euro. Das landbasierte Glücksspiel wuchs auf 75,5 Milliarden Euro an. Die Einnahmen aus landbasierten Glücksspielen hätten in absoluten Zahlen zwar zugenommen. Ihr Marktanteil sei allerdings von 63 Prozent auf 61 Prozent gesunken. Beim Online-Glücksspiel habe es einen Anstieg des Marktanteils von 37 auf 39 Prozent gegeben. Der EGBA zufolge spiegeln sich hier verändernde Verbraucherpräferenzen wider. Mobile Geräte dominierten demnach die Online-Glücksspiellandschaft und generierten 58 Prozent der Online-Einnahmen im Jahr 2024, gegenüber 56 Prozent im Jahr 2023.
 

Kein Land in Sicht – Zu den Schlussanträgen des Generalanwalts im EuGH- Verfahren C-440/23 (FB ./. European Lotto and Betting Ltd und Deutsche Lotto- und Sportwetten Ltd)​

https://www.isa-guide.de/isa-law/articles/293168.html

Noch spannender ist die Frage nach dem Schicksal der Sekundär- bzw. Zweitlotterien. Das maltesische Vorlageverfahren stößt insoweit unionsrechtlich in eine terra incognita. Doch der Generalanwalt nimmt dem Verfahren mit seinen Schlussanträgen leider den Wind aus den Segeln. Er empfiehlt, dem maltesischen Gericht als Prüfungsmaßstab die „Offensichtlichkeit“ der Unionsrechtswidrigkeit aufzuerlegen. Dieses soll Zurückhaltung beim Umgang mit dem fremden (hier deutschen) Recht üben. Die Hürde für ein EU-ausländisches Gericht läge generell deutlich höher, über das nationale Recht zu befinden. Konkret hieße dies, dass die Gefahr besteht, dass der Gerichtshof sich im maltesischen Verfahren zur deutschen Rechtslage noch nicht äußert, weil ihm die Aufbereitung nicht genügt, um eine solche Offensichtlichkeit anzunehmen. Die Fragezeichen der Rechtsöffentlichkeit würden so auf ferne Zukunft verschoben.
 
Ich finde das auch völlig am Sinn vorbei. Wir (unsere Pokertruppe) müssen auf Tschechien ausweichen, wenn wir mal vernünftig offline Pokern wollen. Schade, dass das in Deutschland so nicht wirlich überall möglich ist.
Der Schwarzmarkt profitiert davon eh schon ewig, ich möchte nicht wissen, wieviele tausende, zehntausende private Pokerrunden es so in Deutschland gibt, weil echte Alternativen nicht möglich sind.
 

Sportwettenurteil am EuGH: Wie viel Geld hat Tipico noch?​

https://www.msn.com/de-de/finanzen/...&cvid=69402106610a4dbc869478ea6564aead&ei=476

Eigentlich sollte am 11. Dezember für Tausende Sportwettkunden in Deutschland die heiße Phase beginnen: Am Europäischen Gerichtshof (EuGH) hätte der Generalanwalt an diesem Datum seinen Schlussantrag in einem Verfahren gegen den maltesischen Wettanbieter Tipico verkünden wollen (Rechtssache C-530/24). Das Verfahren in Luxemburg ist wegweisend dafür, ob die Klagen gegen die Wettbranche in Deutschland im Sinne der Kunden entschieden werden. Immer wieder hieß es, bis zu 20 Milliarden Euro aus über zehn Jahren, in denen Onlinewetten in Deutschland nur in einem Graubereich reguliert waren, könnten an glücklose Spieler zurückfließen.
 

Der deutsche Glücksspielmarkt vor dem Schicksalsjahr 2026​


Dieser Artikel beleuchtet die aktuelle Situation am deutschen Glücksspielmarkt Ende 2025 und gibt einen detaillierten Ausblick auf die regulatorischen und juristischen Meilensteine des kommenden Jahres. Er ist im neutralen Berichterstattungsstil für Fachportale wie den ISA-Guide verfasst.

 

Milliardenmarkt Glücksspiel: Online-Angebote vor Gericht​


Geld zurück bei verlorenen unerlaubten Online-Glücksspielen und Sportwetten? Diese Frage beschäftigt derzeit nicht nur viele deutsche Gerichte, sondern auch den Europäischen Gerichtshof (EuGH). Die Richterinnen und Richter in Luxemburg äußern sich heute (ab 9.30 Uhr) zum Fall eines Anbieters aus Malta, der auf Rückzahlung von verlorenen Spiel-Einsätzen eines deutschen Verbrauchers verklagt wurde. In Tausenden weiteren Fällen hoffen Spielerinnen und Spieler darauf, ihre Verluste von Anbietern ohne deutsche Erlaubnis zurückzubekommen. Die Streitigkeiten betreffen einen Milliardenmarkt. Das sollten Verbraucherinnen und Verbraucher dazu wissen:
 

Kurskorrektur 2026: Wirtschaftsrat der CDU fordert radikale Reform des Glücksspielstaatsvertrags​

Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 steht erneut im Mittelpunkt der politischen Debatte: Pünktlich zur heutigen Klausurtagung der Bundesarbeitsgruppe „Mehr Privat für einen starken Staat“ legt der Wirtschaftsrat der CDU ein wegweisendes Grundlagenpapier vor. Die Bilanz nach fünf Jahren GlüStV 2021 fällt ernüchternd aus. Massive Kanalisierungsdefizite und rechtliche Instabilität durch ein BGH-Urteil aus dem Jahr 2025 setzen die Bundesländer unter Zugzwang.


Fast fünf Jahre nach dem Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021 (GlüStV 2021) mehren sich die Zeichen, dass das deutsche Regulierungsmodell in seiner jetzigen Form an einem Scheideweg steht. Ein aktuelles Grundlagenpapier der Bundesarbeitsgruppe „Mehr Privat für einen starken Staat“ des Wirtschaftsrats der CDU, das dieser Redaktion vorliegt, konstatiert ein massives Versagen bei der Erreichung zentraler gesetzlicher Ziele. Besonders das Kernziel der Kanalisierung – also die Lenkung der Spieler in den legalen Markt – scheint in weiten Teilen gescheitert zu sein.

Die Bilanz des Scheiterns: Schwarzmarkt floriert, Steuern brechen ein​

Die im Papier präsentierten Zahlen sind alarmierend: Während in vergleichbaren EU-Märkten Kanalisierungsquoten von über 80 % erreicht werden, hinkt Deutschland weit hinterher. Im Bereich der Online-Casinospiele wird ein Schwarzmarktanteil von nahezu 100 % konstatiert. Diese Abwanderung in den unregulierten Raum hat nicht nur Auswirkungen auf den Spielerschutz, sondern auch auf die Staatskassen: Die Steuereinnahmen aus virtuellen Automatenspielen sind zwischen 2021 und 2024 um mehr als die Hälfte eingebrochen.

Der Wirtschaftsrat spricht von einer gefährlichen „Vollzugsasymmetrie“. Während legale Anbieter unter einem dichten Netz aus Einzahlungslimits, Werberestriktionen und Spielform-Verboten ächzen, agieren illegale Anbieter oft völlig ungehindert. Das wirksamste Instrument gegen Letztere, die Netzsperre, ist aufgrund der aktuellen Rechtsprechung derzeit faktisch nicht anwendbar.

Das juristische Beben: Der BGH-Beschluss vom 17. Juli 2025​

Die wohl brisanteste Passage des Papiers widmet sich der rechtlichen Angreifbarkeit des Staatsvertrags. Hierbei wird explizit auf den Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 17. Juli 2025 (Az. I ZR 74/24) im sogenannten „DocMorris-Verfahren“ verwiesen.

In dieser Entscheidung hat der BGH klargestellt, dass jeder staatliche Eingriff in die Dienstleistungs- und Berufsfreiheit – wie er im Glücksspielrecht durch restriktive Regeln ständig erfolgt – auf „belastbaren Nachweisen“ für die Geeignetheit und Erforderlichkeit beruhen muss. Mit anderen Worten: Der Staat darf Freiheit nur einschränken, wenn er wissenschaftlich belegen kann, dass die Maßnahme tatsächlich den gewünschten Schutzzweck erfüllt.

Genau hier sieht der Wirtschaftsrat die Achillesferse des GlüStV 2021: Vielen Regulierungselementen fehle die notwendige wissenschaftliche Wirksamkeitsuntersuchung. Wenn die laufende Evaluierung bis zum 31. Dezember 2026 keine belastbare Evidenz liefert, droht das gesamte System vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) und deutschen Gerichten zu kollabieren. Ein inkohärentes System, das Spieler in den ungeschützten Schwarzmarkt treibt, verliert seine rechtliche Rechtfertigung.

Forderung nach einem Paradigmenwechsel: Freiheit und Verantwortung​

Um den totalen Kollaps des Regulierungsmodells zu verhindern, fordert der Wirtschaftsrat eine radikale Neuausrichtung des § 1 GlüStV. Das Zielsystem müsse von einer bloßen Aufzählung staatlicher Schutzpflichten hin zu einer Balance aus „Freiheit und Verantwortung“ entwickelt werden.

Dazu gehören konkrete Reformlinien:​

  • Evidenzbasierung: Einführung einer „Rolling-Evaluation-Klausel“, um unwirksame Verbote sofort stoppen zu können.
  • Wettbewerbsfähigkeit: Anpassung der steuerlichen Rahmenbedingungen an EU-übliche Korridore, um den legalen Markt attraktiv zu halten.
  • Risikoadäquater Spielerschutz: Weg von pauschalen Verboten für alle, hin zu datenbasierten Frühwarnsystemen für wirklich gefährdete Spieler.

Das Ende der Bevormundung?​

Das Papier des Wirtschaftsrats ist mehr als nur eine kritische Bestandsaufnahme; es ist ein ordnungspolitisches Manifest für einen „mündigen Verbraucher“. Die Botschaft an die Bundesländer ist klar: Wer den Spielerschutz ernst meint, muss den legalen Markt stärken. Wenn der für Ende 2026 geplante Evaluierungsbericht lediglich den Status Quo fortschreibt, ohne die strukturellen Defizite anzugehen, wird der GlüStV 2021 als eines der größten regulatorischen Missverständnisse in die deutsche Rechtsgeschichte eingehen.

Weiterführende Informationen finden Sie hier: Grundlagenpapier der Bundesarbeitsgruppe Mehr Privat für einen starken Staat – Eckpunkte zur Fortentwicklung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 (PDF)
 

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