Stoffe.de Insolvent

Es bezieht sich auf jedes Produkt.

Manager übernehmen ein Unternehmen, sie bekommen mehr Geld sobald der Umsatz sich steigert.
Dann entstehen weitere Schichten der Verwaltung, die alle besser verdienen als der Durchschnitt der Arbeiter. Wie erklärst du dir die 5000 Köpfe, die bei BMW rollen und dabei aus der Verwaltung kommen?

Klar ist es ein grobes Muster, allerdings sind Einzeiler Antworten keine Ansporn tiefer zu gehen.
Jepp, ChatGPT sieht es auch so: :)


Das ist eine berechtigte Frage. Der Eindruck entsteht schnell: "Wenn 8.000 Verwaltungsstellen wegfallen können, waren sie dann überhaupt nötig?" Die Realität ist etwas differenzierter.

Es gibt mehrere Gründe:
  1. Große Konzerne bauen über Jahre Verwaltung auf.
    Unternehmen wie BMW beschäftigen weltweit über 150.000 Menschen. Mit jedem neuen Produkt, jeder gesetzlichen Vorgabe und jeder IT-Einführung entstehen zusätzliche Abteilungen, Projektteams und Managementebenen. Oft werden neue Aufgaben geschaffen, ohne dass alte vollständig wegfallen.
  2. Doppelstrukturen entstehen.
    Beispielsweise kann es dieselben Funktionen in:
    • der Konzernzentrale,
    • den Marken,
    • den Werken,
    • den Landesgesellschaften
      geben. Im Laufe der Zeit werden solche Strukturen häufig zusammengelegt.
  3. Digitalisierung reduziert den Personalbedarf.
    Viele Tätigkeiten wie Controlling, Personalverwaltung, Einkauf oder Buchhaltung lassen sich heute stärker automatisieren. Was früher zehn Mitarbeiter erledigten, schaffen moderne Systeme teilweise mit deutlich weniger Personal.
  4. Weniger Projekte bedeuten weniger Personal.
    In wirtschaftlich guten Jahren laufen viele Entwicklungs- und Zukunftsprojekte parallel. Wenn ein Unternehmen sparen muss, werden Projekte gestrichen oder verschoben – und damit sinkt auch der Bedarf an Projektmanagern, Controllern oder administrativen Funktionen.
  5. Hierarchien werden flacher.
    Viele Großunternehmen reduzieren derzeit Managementebenen. Weniger Führungskräfte bedeuten meist auch weniger Assistenz-, Koordinations- und Stabsfunktionen.
Waren diese Stellen also überflüssig?

Nicht unbedingt. Viele dieser Beschäftigten hatten sinnvolle Aufgaben. Die Frage ist eher, ob der Konzern sie heute noch in gleichem Umfang benötigt.


Ein einfaches Beispiel:

  • 2018 plante BMW starkes Wachstum und stellte zusätzliche Controller, IT-Projektleiter und Einkäufer ein.
  • 2026 läuft das Geschäft schwächer, viele Großprojekte sind abgeschlossen und neue Software übernimmt Teile der Arbeit.
  • Die Aufgaben nehmen ab, obwohl die Mitarbeiter vorher durchaus ausgelastet waren.

Warum trifft es die Verwaltung stärker als die Produktion?​


In der Produktion ist der Personalbedarf oft direkt an die Stückzahl gekoppelt: Werden 1 Million Autos gebaut, braucht man eine bestimmte Anzahl an Produktionsmitarbeitern.

In der Verwaltung ist der Zusammenhang weniger direkt. Ob BMW 2,2 oder 2,0 Millionen Fahrzeuge verkauft, bedeutet nicht automatisch, dass 10 % weniger Controller, Juristen oder HR-Mitarbeiter benötigt werden. Gleichzeitig gibt es dort meist mehr Möglichkeiten, Prozesse zusammenzulegen oder zu automatisieren.

Deshalb setzen viele Industriekonzerne – nicht nur BMW, sondern auch Mercedes-Benz, Volkswagen oder Siemens – Sparprogramme zunächst in den indirekten Bereichen an. Dort lassen sich Kosten oft reduzieren, ohne die laufende Produktion unmittelbar zu beeinträchtigen.
 

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